Franchising
„Franchising" - was ist das überhaupt?
Das Wort „franchise" stammt ursprünglich aus dem Französischen. Schon im Mittelalter bezeichnete es die Überlassung eines „Privilegs", im Gegenzug verbunden mit materiellen oder auch immateriellen Leistungen.
Die heute in der Praxis zahlreich auftretenden Umsetzungsformen des Franchising erschweren eine exakte begriffliche Abgrenzung zu betriebswirtschaftlich verwandten Kooperationsformen. Hinzu kommt, dass in den USA, die als eigentliche Geburtsstätte des Franchising bezeichnet werden, der Terminus Franchising weiter gefasst ist, als in unseren Breiten. Während der Begriff dort häufig als Sammelbegriff für unterschiedliche Formen von horizontalen und vertikalen Kooperationen verwendet wird, harmonisiert das europäische Verständnis von Franchising mit dem Begriff des so genannten „Business Format Franchising" amerikanischer Auffassung (in den USA auch als Franchising der 2. Generation bezeichnet).
Die im deutschen Sprachraum gebräuchlichste Definition von Franchising wurde in den 70er-Jahren entwickelt. Sie findet sich im „Europäischen Verhaltenskodex Franchising" und ist in dieser Form im Wesentlichen auch im „Österreichischen Ethikkodex Franchising" verankert . Aus dieser Definition werden die Merkmale einer Franchise-Partnerschaft abgeleitet.
In der Praxis treten Franchise-Modelle in verschiedensten Erscheinungsformen auf. Sie werden u.a. unterschieden nach dem Leistungspaket, nach der Branchenzugehörigkeit, nach dem Kriterium der Mobilität oder auch danach, ob es sich um reine oder gemischte Franchise-Systeme handelt (im zweitgenannten Fall unterhält der Franchise-Geber auch eigene Filialen).
Am häufigsten findet man die Zuordnung nach der betrieblichen Tätigkeit, wonach Produkt-,Vertriebs- und Dienstleistungs-Franchise-Systeme unterschieden werden, die wiederum auch in Mischformen zu finden sind.